Mittwoch, 27. Januar 2016

So wehren Sie sich gegen den Großangriff auf Ihr Bargeld!

Der nächste dreiste Coup auf unser Geld steht unmittelbar bevor: Schon bald drohen Bargeldrestriktionen bis hin zum Bargeldverbot. Die EU arbeitet bereits an konkreten Plänen, das Bargeld 2018 vollständig abzuschaffen. Die Bürger werden dadurch zu »gläsernen« und ferngelenkten Verbrauchern. Der Staat und viele Großkonzerne reiben sich die Hände.In Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland und anderen Staaten Europas ist Cash längst nicht mehr fesch. Dort gelten bereits heute Höchstgrenzen, bis zu denen der Kunde in bar zahlen darf.



Achtung! Bargeldverbot!

Michael Brückner

So wehren Sie sich gegen den Großangriff auf Ihr Bargeld! 
Der nächste dreiste Coup auf unser Geld steht unmittelbar bevor: Schon bald drohen Bargeldrestriktionen bis hin zum Bargeldverbot. Die EU arbeitet bereits an konkreten Plänen, das Bargeld 2018 vollständig abzuschaffen. Die Bürger werden dadurch zu »gläsernen« und ferngelenkten Verbrauchern. Der Staat und viele Großkonzerne reiben sich die Hände.

In Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland und anderen Staaten Europas ist Cash längst nicht mehr fesch. Dort gelten bereits heute Höchstgrenzen, bis zu denen der Kunde in bar zahlen darf. Höhere Beträge müssen mit Karte beglichen werden. Unglaublich, aber wahr: In Schweden ist sogar die Benutzung öffentlicher Toiletten nur noch per Handyzahlung möglich.

Hinter den Kampagnen gegen unser Bargeld steht eine einflussreiche Elite: Großkonzerne wie Google und Apple, US-amerikanische Kreditkartenorganisationen, Banken, Notenbanken und Regierungen. Der Finanzjournalist Michael Brückner nennt die wahren Hintergründe und erläutert Ihnen die vier möglichen Szenarien zur Durchsetzung eines Bargeldverbots.

Welche fatalen Folgen hat ein Verbot von Bargeld für Sie persönlich?Lesen Sie in diesem packenden Buch, welche Folgen Bargeldrestriktionen für Sie ganz persönlich haben. Und erfahren Sie, was Sie dagegen unternehmen können. Brückner geht auch auf mögliche Alternativen wie Bitcoins sowie andere Kryptowährungen und Regionalgeld ein.

Ein mächtiges Finanzkartell arbeitet bereits an der Bargeldabschaffung!
Bedenken Sie:
  • Noch können Sie in Deutschland und Österreich frei entscheiden, ob Sie bar oder bargeldlos zahlen. Doch in Brüssel sorgt ein mächtiges Finanzkartell bereits dafür, dass dies nicht mehr allzu lange so bleiben wird.
  • Auch in Deutschland haben einflussreiche Politiker Bargeldlimits bereits ins Gespräch gebracht.


Handeln Sie jetzt, bevor es zu spät ist!

Gebunden, 224 Seiten

Samstag, 23. Januar 2016

Kernschmelze an den Märkten: Noch nie nahm ein Jahr einen solchen Anfang

Kernschmelze an den Märkten: Noch nie nahm ein Jahr einen solchen Anfang

Michael Snyder

Das neue Jahr ist gerade einmal drei Wochen alt, und dennoch werden wir Zeuge einer Folge noch nie da gewesener Ereignisse. Innerhalb der ersten vier Handelstage wurde der Aktienhandel an den chinesischen Börsen zweimal vorübergehend komplett ausgesetzt. Der Dow Jones Industrial Average hat noch nie zuvor innerhalb der ersten drei Handelswochen so viele Punkte verloren wie in diesem Jahr. Und am 20. Januar hieß es dann offiziell, dass sich auf den weltweiten Aktienmärkten eine Baisse bildet, das heißt eine Phase deutlicher Kurseinbrüche, die durch eine insgesamt pessimistische Stimmung geprägt ist.

Seit Ende Juni 2015 wurden 15 Billionen Dollar an Aktienwerten vernichtet. Und natürlich passen sich die Märkte lediglich den Marktrealitäten an. Der Baltic Dry Index (BDI), der die Preisentwicklung beim Schiffstransport der wichtigsten Frachtgüter abbildet und als Frühindikator des Welthandels gilt, erreichte gestern ein neues Allzeittief.
Der Einzelhandelskonzern Wal-Mart kündigte die Schließung von 269 Märkten an, und die Anträge auf Arbeitslosengeld nahmen so stark zu wie seit sechs Monaten nicht mehr.

Wenn das Jahr schon so schlecht beginnt, was wird es uns dann im weiteren Verlauf noch bringen?

Am vergangenen Donnerstag erholte sich der Dow Jones glücklicherweise wieder ein wenig, aber trotzdem bewegen wir uns immer noch in schwierigem, unbekanntem Gelände.

Der amerikanische Fernsehsender CNBS berichtete am 21. Januar, noch nie sei der Dow Jones so schlecht in ein Jahr gestartet wie 2016.
»Der Dow Jones Industrial Index, der 1896 eingeführt wurde, verzeichnete noch niemals zuvor einen Jahresbeginn mit zwölf aufeinanderfolgenden schlechten Handelstagen. Beim Handelsschluss am Mittwoch war der Dow um 9,5 Prozent gefallen. Selbst wenn man den Kursanstieg vom Donnerstagmittag berücksichtigt, verlor der Dow 2016 bereits fast acht Prozent.«
Aber trotz des Kursmassakers, das wir bisher erlebt haben, sind die Aktien immer noch massiv überbewertet, vergleicht man sie mit historischen Durchschnittswerten. Bei einer realistischenBewertung der Aktienwerte müssten sie noch einmal um ein Drittel an Wert verlieren. Im Folgenden ein Auszug aus einem Artikel auf der Internetseite Market Watch, ebenfalls vom gestrigen Donnerstag:
»Aus Zahlen der US-Notenbank geht hervor, dass die Aktienwerte von Unternehmen außerhalb des Finanzsektors gegenwärtig mit 90 Prozent des Wiederbeschaffungswertes aller Vermögensgegenstände des Unternehmens bewertet werden. Dieser Index ist auch als ›Tobin Q‹ bekannt. Geht man allerdings ein Jahrhundert zurück und betrachtet den historischen Durchschnittswert [der Unternehmensaktien] in diesem Zeitraum, liegt dieser Wert etwa im Bereich von 60 Prozent der Wiederbeschaffungskosten. Legt man diesen Wert zugrunde, könnten die Aktien noch ein weiteres Drittel ihres Wertes verlieren und damit den Dow Jones unter die 10 000-Punkte-Marke drücken. (Am vergangenen Mittwoch schloss der Dow Jones bei 15 767.) Zu ähnlichen Ergebnissen kommen auch Berechnungen, bei denen die Aktienkurse mit den inflationsbereinigten mittleren Gewinnen [dem Kurs-Gewinn-Verhältnis, KGV] der letzten Jahre verglichen werden. Dieser Indikator ist auch unter der Bezeichnung ›zyklisch angepasstes Kurs-Gewinn-Verhältnis‹, kurz: ›CAPE‹ oder ›Shiller-KGV‹, bekannt, benannt nach dem amerikanischen Ökonomen und Nobelpreisträger Robert J. Shiller, der ihn entwickelte.«
Den Mainstreammedien ist die Brisanz der Situation offensichtlich nicht bewusst. Sie hängen scheinbar immer noch der Illusion an, dass die Blase auf ewig halten wird. Die jüngsten Turbulenzen auf den Aktienmärkten haben sie daher völlig überrascht.

Aber eigentlich sollten die gegenwärtigen Ereignisse niemanden von uns wirklich überraschen. Die Finanzmärkte passen sich immer irgendwann der wirtschaftlichen Realität an, und zahlreiche, sich mehrende Hinweise zeigen, dass die wirtschaftlichen Aktivitäten deutlich abnehmen. Hier einigeentsprechenden Aspekte aus einer Analyse von Brandon Smith:
»Der Lastwagengüterfrachtverkehr in den USA ist stark rückläufig. Die Spediteure verweisen auf ›hohe Lagerbestände‹ und einen Auftragsrückgang als Ursache.
Aktuelle Zahlen zum Güterfrachtverkehr von Morgan Stanley deuten auf einen massiven Auftragseinbruch hin, der noch schlimmer als im Krisenjahr 2009 ausfällt.
Der Baltic Dry Index, der die weltweiten Frachtkosten abbildet und auf diese Weise als Indikator der weltweiten Nachfrage beim Schiffsfrachtverkehr von Rohstoffen gilt, ist erneut auf einen neuen historischen Tiefstand abgesunken. Windige, selbsternannte Experten des Mainstreams verbreiten immer noch die Lüge, dass ein ›Überangebot an neuen Schiffen‹ für den Rückgang des BDI verantwortlich sei. Aber der Vorstandschef der weltgrößten Reederei A. P. Moeller-Maersk widerlegte diesen Unsinn, als er im November einräumte, dass sich das ›weltweite Wachstum verlangsamt‹ und ›der Handel gegenwärtig deutlich schwächer verläuft, als es nach den vorliegenden Wachstumsprognosen eigentlich zu erwarten war‹.«
Ein weiteres unheilverkündendes Anzeichen ist die Tatsache, dass die Anträge auf Arbeitslosengeld erneut deutlich ansteigen.
»Die Zahl der Amerikaner, die bis Mitte Januar Anträge auf Arbeitslosengeld stellten, hat den höchsten Wert seit sieben Monaten erreicht. Dies deutet darauf hin, dass die Zahl der Entlassungen in den USA nach einem Rekordtiefstand nun wieder leicht zu steigen beginnt.
Saisonbereinigt nahm die Zahl der Anträge auf Arbeitslosengeld nach Regierungsangaben in den sieben Tagen vom 10. bis 16. Januar um 10 000 auf 293 000 Anträge und damit auf den höchsten Stand seit Juli letzten Jahres zu.«
Seit der letzten Rezession war die Energieindustrie der wichtigste Motor bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze in den USA. Aber gegenwärtig stecken die »Erdöl-Boomtowns«, die zuvor eine rasante wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung hingelegt hatten, in einer schweren Krise, und es kommt zu Massenentlassungen von Arbeitnehmern.

Wie ich bereits an anderer Stelle berichtete, mussten 42 nordamerikanische Erdölunternehmen ihren Bankrott erklären, und 130 000 gut bezahlte Arbeitsplätze in diesem Wirtschaftsbereich gingen in der Region seit Beginn des Jahres 2015 verloren. Angesichts der immer noch weiter sinkenden Rohölpreise dürfte sich die Lage weiter verschlechtern.

Aber immer noch sind viele Menschen überzeugt, hierbei handele es sich lediglich um eine kurzfristige »Konjunkturdelle«, also eine kurze konjunkturelle Abschwächung. Viele glauben offenbar, dass wir jetzt eben eine kurze Phase einer starken Rezession durchstehen müssten, und dann würden wir wieder das Wirtschaftswunderland erreichen. Sie begreifen nicht, dass sich zahlreiche langfristige wirtschaftliche Entwicklungstrends nun zu einem Crescendo vereinigen.

Viele Jahrzehnte lang haben wir massiv über unsere Verhältnisse gelebt. Die Regierung in Washington, aber auch die Regierungen auf bundesstaatlicher und Gemeindeebene sowie Unternehmen und Verbraucher – sie alle haben sich höher und schneller verschuldet, als durch unser Wirtschaftswachstum hätte aufgefangen werden können. Natürlich war von Anfang an klar, dass diese Entwicklung niemals nachhaltig sein würde, aber es lief so lange für viele von uns gut, dass wir überzeugt waren, unser zunehmend schuldenfinanzierter Wohlstand sei doch irgendwie »normal«.

Aber in Wahrheit ist es auf lange Sicht unmöglich, weitaus mehr zu konsumieren, als man produziert. Und nun holt uns die bittere Realität ein. Diesen Aspekt verdeutlichte Simon Black ineinem seiner jüngsten Artikel auf ausgezeichnete Weise.
»Wirtschaftswissenschaft ist eigentlich nicht so kompliziert. Das universelle Gesetz des Wohlstandes ist sehr einfach. Es lautet: Produziere mehr, als du verbrauchst.
Regierung, Unternehmen und alle Menschen müssen sich an dieses Gesetz halten. Diejenigen, die das tun, werden erfolgreich sein. Diejenigen, die dagegen verstoßen, werden früher oder später scheitern.
Wenn das gesamte Finanzsystem dieses grundlegende Gesetz missachtet, gefährdet das uns alle.
Und wenn Sie das verstanden haben, können Sie einfache und vernünftige Maßnahmen ergreifen, um sich vor den Konsequenzen zu schützen.«
Aber möglicherweise haben wir den richtigen Zeitpunkt, die Folgen unseres Handelns zu vermeiden, bereits verpasst. Wir müssen nun den Preis für unglaublich dumme Entscheidungen in der Vergangenheit zahlen. Und jeder, der in Barack Obama, der Federal Reserve oder irgendjemandem in Washington den Retter aus dieser Misere zu erkennen glaubt, wird bitterlich enttäuscht werden.

Die Dinge laufen jetzt schon sehr schlecht. Warten wir ab, was als Nächstes auf uns zukommen wird. 2016 ist das Jahr, in dem sich alles ändert.




Das Machtkartell der internationalen Hochfinanz
Kann eine verschworene Bankerclique einen Präsidenten »machen?« - Ja!
Kann diese konspirative Gruppe den US-Kongress überlisten? - Ja!
Kann dieses Kapitalkartell Regierungen und den gesamten Geldverkehr kontrollieren? - Ja!
Als Instrument für die Erreichung dieser Ziele dient die mächtigste Bank der Welt, die US-Notenbank Federal Reserve - und zwar bis heute! Das klingt so ungeheuerlich, dass Sie es vielleicht nicht glauben können, aber es ist wahr.



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Mittwoch, 16. Dezember 2015

Zinsanstieg in den USA: Aber keine KO-Tropfen von der Fed für die Finanzmärkte

Zinsanstieg in den USA: Aber keine KO-Tropfen von der Fed für die Finanzmärkte

Markus Gärtner

Die US-Notenbank (Fed) hat am Mittwochabend zum ersten Mal nach fast zehn Jahren die Leitzinsen angehoben. Doch die sogenannte »Zinswende« ist mit einer Anhebung um einen Viertel Prozentpunkt lediglich ein Minischritt, eine symbolische Maßnahme, die zwei Ziele erreichen soll: Erstens bleibt die Zinslatte der Fed nach sieben Jahren an der Nulllinie noch immer praktisch am Boden, die Geldschleusen werden keinesfalls geschlossen – kein bisschen sogar. Und zweitens gibt die Notenbank zu, dass die Ära der exzessiven Geldvermehrung jetzt endgültig keine Wirkung mehr zeigt, sie kann durch übertriebene Immobilien- und Wertpapierpreise nur noch mehr Schaden anrichten.

Die Fed spricht in ihrer Begründung von einem »graduellen« Anstieg der Leitzinsen. Damit signalisiert sie, dass alle weiteren Zinsschritte nach oben Zeit haben, dass keine Eile besteht. Das wiederum ist ein Eingeständnis, dass die Konjunktur in den USA zu schwach ist, um ernsthaft an der Zinsschraube zu drehen. Hier wird also nur für die Galerie gespielt.

Im Klartext bedeutet das: »Wir lassen die Zinszügel jetzt nicht mehr ganz so ultra-locker, aber gebremst wird der Gaul deswegen trotzdem nicht, denn sonst bricht er zusammen.« An den Börsen wurde mit einer Mehrheit von 80 Prozent genau diese Entscheidung erwartet. Deshalb gab es bei Aktien, Anleihen und Wechselkursen keine heftigen Reaktionen.

Die Gold- und Silberpreise kamen nach der Entscheidung der Fed kurzfristig unter Druck. Wenn die Geldschleusen sich nicht weiter öffnen, schadet das den Edelmetallen, weil Inflation zumindest kurzfristig noch weniger wahrscheinlich wird. Doch im Verlauf der Börsensitzung in New York erholte sich der Goldpreis, weil von einer wirklichen Zinswende eben keine Rede sein kann.

Die Fed hat mit dieser Entscheidung gleich zwei Mal gebeichtet: Einmal, dass die stark abbremsende Weltwirtschaft eine deutliche Zinserhöhung nicht aushalten würde. Das ist ja auch der Grund, warum die Notenbanken in Frankfurt (EZB) und in Tokio in die umgekehrte Richtung marschieren wie die Fed, und den Ankauf von Anleihen, mit dem sie die Zinsen am Boden halten, noch ausweiten.

Zweitens beichtet die Fed, dass sie – was die Ankurbelung der Wirtschaft angeht – am Ende ihres Lateins ist. NOCH MEHR Geld im System kommt immer noch nicht dort an, wo Jobs geschaffenwerden, es versickert bei Banken und in Wertpapier-Geschäften, die eine kleine Geld-Elite bereichern, während alle kleinen Sparer sich immer weniger Wohnungen und Häuser leisten können, immer weniger Geld in den Taschen haben und für Kontoeinlagen sowie Lebensversicherungen fast nichts mehr bekommen.

Das bedeutet eine schleichende Enteignung, Wertverlust beim Geld und ein späterer Renteneintritt. Während sich viele Deutsche über die Rente mit 63 freuen, häufen sich im Staatshaushalt nicht ausgewiesene Verbindlichkeiten an. Und Millionen Deutsche müssen länger arbeiten, was höheren Steuern und einem Wohlstandsverlust gleichkommt.

Gemessen an der Schwäche der US-Konjunktur, die sich bis heute nicht von der Finanzkrise und der Großen Rezession von 2008 und 2009 erholt hat, hätte die Fed diese Zinsanhebung gar nicht beschließen dürfen.

Das sehen viele führende Ökonomen in den USA so. Es gibt immer noch »drängende Fragen zu den Wachstumsaussichten«, findet auch der ehemalige Finanzminister Larry Summers. Und Finanzmanager wie der Deutsche-Bank-Stratege Jim Reid, fragen sich, wie weit die US-Notenbank die Zinsen überhaupt anheben kann, bevor die nächste Rezession sie zu einer erneuten Lockerung der Zinszügel zwingt.

Für die Notenbanker ging es gestern Abend aber vor allem darum, nicht den völligen Rest von dem bisschen Glaubwürdigkeit zu verspielen, das noch geblieben ist. Schon zwei Mal war eine bereitsangekündigte Zinsanhebung vertagt worden.

Das erste Mal, als die Rohstoffpreise vor anderthalb Jahren schroff zu fallen begannen. Der Ölpreis hat seitdem 60 Prozent eingebüßt und ist von mehr als 100 Dollar je Barrel auf unter 40 Dollar gefallen. Gestern fielen die Öl-Notierungen nach Bekanntgabe des Fed-Entscheids gleich um vier Prozent.

Das freut die Autofahrer beim Tanken, aber nicht wenn sie bedenken, dass die verfallenden Ölpreise eine äußerst schwache Weltkonjunktur signalisieren. Das zweite Mal musste die Fed eine bereits angekündigte Zinsanhebung verschieben, als die Schwellenmärkte im Frühjahr und Sommer des laufenden Jahres einen Schwächeanfall bekamen.

Sollte der US-Dollar in den nächsten Wochen und Monaten wegen dieser angeblichen »Zinswende«, die mindestens für weitere ein bis zwei Jahre keine sein wird, weiter steigen, dann könnte das zu einem Flächenbrand in den stark geschwächten Schwellenländern wie China, Brasilien, Russland und Südostasien führen. Dort haben Zehntausende von Firmen Kredite in Dollar aufgenommen, die sie kaum noch tilgen können, wenn der Dollar noch stärker wird und immer mehr lokale Währung besorgt werden muss, um die Dollar-Schulden noch zurückzuzahlen.

Diese Lunte am Fass der Finanzmärkte dürfte der eigentliche Grund sein, warum die Notenbanker in den USA nicht den Mumm hatten, erstmals wieder an der Zinsschraube zu drehen UND gleichzeitig weitere Zinsschritte anzukündigen. Die Botschaft lautete daher gestern Abend ganz anders:»Hier habt Ihr Eure Zinssteigerung, liebe Finanzmärkte, aber mehr können wir uns vorerst nicht leisten.«

Das ist der Grund, warum die Aktien an der Wall Street fröhlich weiter stiegen, warum ein Aufschrei ausblieb und warum die Cheerleader der Wall Street gestern Abend in den TV-Sendungen des US-Fernsehens in die Kameras strahlten.

Die Fed hat etwas für die Galerie entschieden. Ein Kurswechsel sieht anders aus. Den Schaden haben weiterhin Sparer, Steuerzahler (weil Finanzminister sich fröhlich weiter verschulden) und die Empfänger noch nicht ausgezahlter Lebensversicherungen.

Die Wasserfolter braver Sparer geht jetzt sogar in die nächste Runde, weil die Preise für Gold und Silber darunter leiden werden, dass Spekulanten, Zocker und andere Groß-Akteure der Wall Street wieder mehr Geld in Aktien stecken. Der Anlagenotstand für Millionen kleine Sparer verschärft sich noch, während Politiker in Ruhe das Bargeldverbot vorbereiten und die letzten Auswege aus derGeld-Repression verbauen.

Die Party des einen Prozents geht mit dem Segen der Fed also fröhlich weiter. Alle anderen müssen sich NOCH länger gedulden, bis sich ihre Aussichten wieder verbessern. Und da rätseln deutsche Leitmedien noch, warum die hiesigen Sparer und Steuerzahler so missmutig in die Zukunft schauen.

So geht es, wenn man seine Klientel vergessen hat und nicht mehr versteht – und wenn man als Sprachrohr jener fungiert, die sich jetzt die Hände reiben, weil die Zeitungen zwar von einer »Zinswende« berichten, aber ihre Party ungestört weitergeht.








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Wir erleben gerade den Beginn einer neuen Finanzkrise

Michael Snyder

… und jeder, der behauptet, es sei doch gar nichts Besonderes los, ist entweder völlig verrückt oder völlig falsch unterrichtet. Allein in den letzten Tagen sind drei Anlagefonds komplett in sich zusammengebrochen – und an der Wall Street breitet sich rasant Panik aus. Fonds, die von Third Avenue Management und Stone Lion Capital Partners aufgelegt worden waren, haben die Zahlungen an ihre Investoren eingestellt, und ein dritter Fonds, der von Lucidus Capital Partners verwaltet wurde, hat sein gesamtes Portfolio liquidiert. Wir erleben gegenwärtig eine Endzeit- und Panikstimmung, wie es sie seit der großen Finanzkrise von 2008 nicht mehr gegeben hat.


Und viele, die jetzt noch zögern, werden alles verlieren. Und für den Fall, dass Sie sich fragen, was eigentlich los ist – genauso sieht eine Finanzkrise aus. 2008 gerieten zuerst andere weltweite
Aktienmärkte ins Trudeln, dann brachen die Ramschanleihen ein, und zuletzt kam es zum Zusammenbruch auf dem amerikanischen Aktienmarkt. Genau die gleiche Entwicklung vollzieht sich derzeit vor unseren Augen, und das bisherige finanzielle »Blutvergießen« ist erst der Anfang eines sehr viel größeren Zusammenbruchs.

Seit Ende 2009 wurde eine hochrentierliche, börsengehandelte Anleihe (ETF), die auch unter der Bezeichnung »JNK« bekannt ist und deren Entwicklung ich genau verfolge, in einer Schwankungsbreite zwischen 36 und 42 Punkten gehandelt.Ich rechnete schon längere Zeit damit, dass sie auf einen Wert unter 35 absinken würde, weil dies ein Anzeichen für die nächste, sich rasch anbahnende größere Finanzkrise wäre.

Im September fiel der Wert einmal auf 35,33 Punkte, aber das war immer noch nicht das Signal, auf das ich wartete. Schließlich war Anfang letzte Woche die für mich entscheidende Schwelle erreicht, als der JNK-Wert auf unter 35 absackte. Und am heutigen Dienstag sank JNK sogar noch weiter auf 33,42 und Bloomberg berichtete, viele Anleihe-Manager »befürchten, dass Investoren in hochverzinsliche Papiere noch weiter und stärker bluten müssen«.

Weiter hieß es dort:
»Führende Anleihe-Manager sagen inmitten eines Preisverfalls und Ausverkaufs, der mindestens drei Kreditfonds in den vergangenen Wochen dazu zwang, ihre Aktivitäten drastisch zurückzuschrauben, weitere Verluste für Investoren in hochverzinsliche Wertpapiere voraus. Lucidus Capital Partners, ein hochverzinslicher Fonds, der 2009 von früheren Mitarbeitern von Bruce Kovners Caxton Associatesgegründet worden war, erklärte am Montag, man habe das gesamte Fonds-Portfolio liquidiert und beabsichtige, die 900 Mio. Dollar Anlagekapital im Dezember an die Investoren zurückzuzahlen. Andere Wertpapierfonds, die von Third Avenue Managementund Stone Lion Capital Partners aufgelegt worden waren, stellten die Zahlungen an ihre Investoren ein, nachdem ihre Klienten zu viel Kapital aus dem Fonds herausziehen wollten.«
Wenn es heißt, diese Firmen hätten »ihre Rückzahlungen an Investoren« eingestellt, bedeutet dies nichts anderes, als dass viele dieser Investoren letztlich nur mit sehr viel Glück noch einen Bruchteil ihres eingesetzten Kapitals zurückerhalten werden.
Wie ich schon sagte, jetzt, da die Krise ausgebrochen ist, werden diejenigen am meisten verlieren, die zu lange gezögert haben.

Hier einige Äußerungen renommierter Marktakteure, die vor »Ansteckungsgefahr« und »weiteren Turbulenzen im Bereich hochverzinslicher Papiere warnen«:
»Scott Minerd, als CIO bei Guggenheim Partners für weltweite Investitionen verantwortlich, rechnet damit, dass 10‒15 Prozent der Ramschanleihen-Fonds mit erheblichem Kapitalabzug rechnen müssen, da immer mehr Investoren befürchten, ihre Einlagen nicht zurückzuerhalten. Damit schließt er sich der Auffassung hochrangiger Manager wie Jeffrey GundlachCarl IcahnBill Gross und Wilbur Ross an, die ebenfalls vor Verlusten bei hochverzinslichen Wertpapieren warnen.«
In einer solchen Situation müsste die amerikanische Notenbank Federal Reserve(Fed) völlig verrückt sein, jetzt die Zinsen zu erhöhen. Aber genau das scheint geplant zu sein.

Sollte die Fed die Zinsen tatsächlich unter diesen Umständen erhöhen, würde dies dieGefahr von Ausfällen bei Unternehmensschulden erhöhen und hochverzinsliche Anleihen im Wert noch weiter sinken lassen:
»Höhere Zinsen könnten die Ausfallswahrscheinlichkeit von Unternehmensanleihen erhöhen, zumal Investoren ohnehin dabei sind, sich aus diesem Bereich zurückzuziehen. Allein in der Handelswoche, die am 9. Dezember endete, wurden 3,8 Mrd. Dollar abgezogen – der höchste Wert seit 15 Wochen. Die Effektivrendite bei amerikanischen Ramschanleihen liegt gegenwärtig bei 17 Prozent, und damit auf dem höchsten Wert seit fünf Jahren, wie aus Zahlen der Bank of America Merrill Lynch hervorgeht.«
Auch viele andere prominente Persönlichkeiten warnen, die Federal Reserve sei dabei, einentragischen Fehler zu begehen. Einer von ihnen ist James Rickards:
»›Die Fed hätte die Zinsen bereits 2010 und 2011 erhöhen sollen. Und hätte sie dies getan, wäre sie jetzt tatsächlich in der Position, sie heute zu senken‹, sagte James Rickards, ein scharfer Kritiker der Notenbank und globaler Strategieleiter bei West Shore Funds, ›Die Fed steht kurz davor, einen historischen Fehler zu begehen, der sich von der Größenordnung her in die Fehler einreiht, die 1927 und 1929 begangen wurden. Indem sie die Fragilität weiter erhöhen, werden sie aller Wahrscheinlichkeit nach eine Rezession auslösen.‹«
2015 mussten wir schon einmal massive Einbrüche der Aktienkurse weltweit erleben. Anfang Dezember hatten mehr als die Hälfte der 93 wichtigsten Aktienmarkt-Indizes im Jahresverlauf mehr als 10 Prozent ihres Wertes eingebüßt. In einigen Fällen erreichten die Verluste 30 Prozent oder sogar 40 Prozent. In der jetzigen Situation sind praktisch alle Bedingungen für einen beängstigenden Zusammenbruch der amerikanischen Märkte gegeben, und die Federal Reserve ist offenbar willens, jetzt noch mit einer Zinsanhebung Benzin ins Feuer zu gießen.

Jeder, der meint, jetzt sei doch gar nichts Besonderes los, ist entweder nicht richtig unterrichtet oder völlig verrückt.

Die folgende Einschätzung von James Howard Kunstler, in der er zusammenfasst, welcher Situation wir uns gegenwärtig gegenübersehen, finde ich sehr zutreffend:
»Die Aktienwerte haben in der vergangenen Woche fast vier Prozent nachgegeben, es droht eine Kreditklemme (niemand will mehr Geld verleihen), Ramschanleihen versprechen immer höhere Renditen (je wahrscheinlicher ein Zahlungsausfall wird), die Währungen verlieren überall an Wert, Hedgefonds können Investoren ihre Einlagen nicht ausbezahlen, ›Liquidität‹ bedeutet Fahnenflucht (keine Käufer mehr für faule Wertpapiere), die Rohstoffpreise befinden sich im freien Fall, der Preisverfall bei Erdöl ist so immens, dass sich die Erdölindustrie davon vielleicht nicht mehr erholen wird, der weltweite Handel bricht ein, der Präsident unternimmt in Syrien alles in seiner Macht Stehende, um den Dritten Weltkrieg zu beginnen, und das Monster namens Globalismus liegt in seinem Sarg und auf sein Herz ist ein Pflock gerichtet.«
Die Finanzmärkte haben sehr viel länger funktioniert, als viele gedacht haben. Aber nun sind sie dabei, endgültig auseinanderzubrechen, weil sie im Inneren nichts mehr zusammenhält.

Im weiteren Verlauf werden diejenigen die »Gewinner« sein, die ihr Geld am schnellsten abgezogen haben. Dies gilt insbesondere für hochverzinsliche und daher auch mit hohen Risiken belastete Anlagefonds wie die drei genannten, die gerade zusammengebrochen sind. Wer jetzt noch zögert, droht alles zu verlieren.

Wenn sich diese Panikstimmung noch verstärkt, wird die Zahl der Verkäufer die Anzahl der Käufer um ein Vielfaches übersteigen. Und dann werden die Preise immer schneller ins Bodenlose fallen. In den vor uns liegenden Tagen wird viel von »fehlender Liquidität« die Rede sein, aber in Wahrheit haben wir es hier mit einer klassischen Panik zu tun.





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Mittwoch, 9. Dezember 2015

»Gold und Silber haben ihre beste Zeit noch vor sich!«

Jenseits der Tagesnachrichten erfahren Sie in diesem Buch von Bruno Bandulet, Peter Boehringer, Marc Faber, Thorsten Schulte und Dimitri Speck Unbekanntes, wenig Bekanntes und Hintergründe aus der Welt von Gold, Geld und Zentralbanken. Profitieren Sie von der Erfahrung und dem Insiderwissen der Autoren, die teilweise seit drei Jahrzehnten auf den Edelmetall- und Devisenmärkten zu Hause sind.




Insiderwissen: Gold

Bruno Bandulet, Peter Boehringer, Marc Faber, Thorsten Schulte & Dimitri Speck

»Gold und Silber haben ihre beste Zeit noch vor sich!« 

Jenseits der Tagesnachrichten erfahren Sie in diesem Buch von Bruno Bandulet, Peter Boehringer, Marc Faber, Thorsten Schulte und Dimitri Speck Unbekanntes, wenig Bekanntes und Hintergründe aus der Welt von Gold, Geld und Zentralbanken. Profitieren Sie von der Erfahrung und dem Insiderwissen der Autoren, die teilweise seit drei Jahrzehnten auf den Edelmetall- und Devisenmärkten zu Hause sind.
Jeder ein Experte auf seinem Gebiet, informieren diese fünf Spezialisten Sie über Themen wie:
  • Wo ist das Gold der Deutschen Bundesbank?
  • Sind 3000 Tonnen deutsches Gold für immer an die USA verloren?
  • Wird es zu einem Goldverbot in Deutschland kommen?
  • Wer manipuliert den Goldmarkt aus welchen Gründen?
  • Wird der Gold- und Silberpreis nach der zermürbenden Seitwärts-/Abwärtsphase jetzt wieder steigen?
  • Wer beeinflusst den Goldpreis?
  • Wann ist der richtige Zeitpunkt, Gold oder Silber zu verkaufen?
  • Wie bereiten Sie sich richtig auf den Zusammenbruch der Weltwirtschaft vor, um als Gewinner aus der Krise hervorzugehen?
  • Warum die Herren des Falschgeldes keine steigenden Goldpreise wünschen.
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Peter Schiff mit neuer Warnung: »Die Wirtschaft implodiert, der Kollaps kommt«

Peter Schiff mit neuer Warnung: »Die Wirtschaft implodiert, der Kollaps kommt«

Markus Gärtner

Es ist fast neun Jahre her, dass Peter Schiff erstmals vor der Finanzkrise von 2008 warnte. Seine Beobachtungen damals: Nachlassender US-Konsum, überteuerte Aktien und eine maßlos lockere Kreditvergabe, die zur Implosion des Bankensystems führen würde. Drei Jahre später bekam der Experte Recht. Aber erst, nachdem ihn die Mainstream-Medien mit Spott überhäuft und ihn als Katastrophen-Onkel durch den Schmutz gezogen hatten. Jetzt warnt Schiff wieder: »Wir sind pleite, wir leben von den Schulden. Schauen Sie sich all die Amerikaner in den Suppenküchen an, die Arbeitslosen, die Schwerbehinderten – der Boden ist nur deshalb noch nicht aus dem Fass gefallen, weil wir uns NOCH tiefer verschulden.«

Wieder wird Schiff weitgehend ignoriert. Doch wir müssen ihn ernst nehmen. Um das zu verdeutlichen, kopiere ich nachfolgend einen Auszug aus meinem Buch Lügenpresse. Darin schildere ich, wie Peter Schiff schon damals, vor fast neun Jahren, lächerlich gemacht wurde.

Hätten die Leitmedien auf ihn gehört – und ihn nicht der Lächerlichkeit preisgegeben – Millionen von Menschen in Europa und den USA hätten vor dem Absturz der Märkte rechtzeitig einen großen Teil ihrer Ersparnisse retten können:

Auszug aus Lügenpresse:

In der Tat: An Warnungen vor dem weltweiten Desaster, das die Lehman-Pleite 2008 einleitete, hat es in den Jahren zuvor nicht gemangelt.

Die Medien hätten diese Warnungen ihrer Dringlichkeit entsprechend platzieren und prominent berichten können. Doch die Warner und »Miesmacher« mit den beunruhigenden Prognosen wurden immer wieder der Lächerlichkeit preisgegeben, oder ignoriert. Im Internet gibt es dazu ein vielsagendes Video mit dem Titel »Peter Schiff was right«.


Es ist ein acht Minuten langer Zusammenschnitt verschiedener Auftritte, die Schiff in den Jahren 2006 und 2007 auf dem Wirtschaftssender CNBC hatte. Jedes Mal wurde er zu seiner Einschätzung der Geldpolitik, der Immobilienmärkte und der Staatsschulden in den USA befragt. Jedes Mal wurde er von den Moderatoren, oder ebenfalls ins Studio eingeladenen Vertretern von Wall-Street-Banken und anderen Berufs-Optimisten abgewürgt oder als realitätsfremder Angstmacher beschimpft. Hier ein paar Auszüge, die ich beim Durchhören des Videos mitgeschrieben habe. Ein Beispiel aus einer Sendung auf CNBC am 13. Juni 2006. Das war drei Monate nach dem ersten Beben am amerikanischen Immobilienmarkt und genau eineinhalb Jahre vor Beginn der Großen Rezession im Dezember 2007.

Studiogast zu Schiff: »Wir haben jetzt eine sehr viel effizientere Wirtschaft in den USA.« Darauf Schiff: »Wir machen Schulden im Ausland, um unsere Wirtschaft zu finanzieren, das ist nicht effizient.« Dazu ein weiterer Studiogast: »Peter liegt völlig daneben, ich weiß gar nicht wo er diese Zahlen herhat.«

Dazu Schiff: »Wir haben unsere produktive Kapazität gar nicht erhöht, was gewachsen ist, ist lediglich der Papierwert von Aktien und Immobilien. Wenn der Aktienmarkt einbricht und die Immobilienblase platzt, wird sich all dieser getürkte Wohlstand in Luft auflösen, und alles, was dann übrigbleibt, sind unsere Schulden gegenüber dem Ausland.« Darauf sein Widerpart von der Wall Street: »Das ist ja völlig haltlos, was Sie da sagen, alle Zahlen da draußen weisen auf eine kleine Abkühlung hin, aber ein Crash wird das nicht sein.«

Die nächste Sendung mit einem Auftritt von Schiff in dem Video wurde am 15. Februar 2007 ausgestrahlt, zehn Monate vor der Großen Rezession. Schiff, an den Moderator gewandt: »Sie stellen die US-Börsen als bombenfest hin, und ich denke, der Goldpreis zeigt uns gerade, dass dies nicht stimmt. Der Immobilienmarkt fliegt gerade auseinander, wir sehen aber erst die Spitze eines Eisbergs im Hypothekensektor.« Dazu der sichtlich entsetzte Moderator: »Wie kommen Sie zu diesem Armageddon-Szenario, welche Daten ziehen sie dafür heran?« Dazu Schiff, ruhig und gelassen: »Schauen Sie sich gar nicht die Zahlen vom Hypothekenmarkt an? Sehen Sie gar nicht, wie viele unverkaufte Häuser es gibt, wie der Subprime-Markt zusammenbricht?«

Der Moderator Mark Haines gerät angesichts der Beispiele des unbeirrbaren Schiff ins Stottern: »Nun, äh, äh, ich würde das nicht einen Zusammenbruch im Subprime-Markt nennen, es gibt da vielleicht ein paar Probleme ...« Dazu Schiff: »Es geht ja auch gerade erst los.« Die Erwiderung von Moderator Haines: »Sie reden vom Einbruch der Nasdaq nach Platzen der Internet-Blase, sowas kommt ja höchstens einmal pro Generation vor, und jetzt behaupten Sie, dass weniger als zehn Jahre danach schon die nächste Krise kommt?«

Das Ende dieser Frage wurde lang gezogen und betont, um den angeblichen Irrsinn von Schiffs Prognose hervorzuheben. Schiff dazu unbeirrt und knapp: »Ja. Aber diesmal in einer anderen Anlageklasse, bei Immobilien.« Schiff wurde jedes Mal bei seinen Auftritten als absurder Pessimisthingestellt, der seine Zahlen aus obskuren Quellen bezieht und völlig überzogene Vergleiche mit früheren Finanzkrisen herstellt.

Ein Blick in deutsche Mainstream-Zeitungen dieser Zeit offenbart eine ganz ähnliche Ignoranz gegenüber jenen, die vor der Krise warnten. Fast die gesamte Presse hierzulande lief hinter den Ereignissen her. Der Spiegel beschrieb am 18. Oktober 2006, sechs Monate nach dem Einschlag der ersten Kometen am US-Immobilienmarkt, immer noch »bizarre Aktionen« in Boomzeiten, mit denen Makler und Hausverkäufer in New York potenzielle Kunden köderten.

Die Anreize reichten von Tickets für Privatkonzerte über Plasmafernseher bis hin zu Gratisautos und Einladungen auf Charter-Yachten. Zwar wurden in dem Bericht, der eine Momentaufnahme ohne Schilderung der möglichen Folgen darstellte, Warnungen vor einer »Immobilien-Rezession« zitiert und ein »seit Wochen totes« Maklergeschäft erwähnt. Doch der Markt wurde als einer dargestellt, in dem »verwöhnte Käufer« sich mehr Zeit lassen und die Preise fallen. Mehr nicht. Von einem Kollaps und einer darauf folgenden schweren Rezession keine Spur.

Fünf Monate später berichtete der Spiegel wieder prominent über den einstürzenden US-Immobilienmarkt. Das Kredit-Karussell sei »außer Kontrolle« geraten, schrieben Arne Gottschalck und Kai Lange . Diesmal wurde den deutschen Lesern mitgeteilt, dass die »Hypothekenkrise in den USA« auch sie angehe. Und dann folgte diese Erklärung der Lage, die das aufziehende Desaster verharmloste und die Gefahr vom Tisch wischte:
»Der deutsche Aktienindex rauscht in die Tiefe, weil ein paar Hypothekenanbieter in den USA mit zu hohem Risiko gespielt haben ... Müssen die Kurse von Siemens und BASF einknicken, weil Bill Smith aus Kentucky sein Haus ohne einen Dollar Eigenkapital gekauft hat? ... Anbieter von Subprime Loans, die Darlehen an Kunden mit schwacher Bonität vergeben, machen etwa 20 Prozent des US-amerikanischen Hypothekenmarkts aus: Dieser Sektor dürfte kaum groß genug sein, um die Weltbörsen in die Knie zu zwingen. Auch die beteiligten Banken dürften eine Krise in diesem Sektor überstehen ... Selbst wenn von Subprime Loans im Volumen von geschätzten 700 Milliarden Dollar knapp die Hälfte ausfallen sollte, werden die Banken das verdauen.«
Wir wissen alle, was in den Monaten nach dieser Analyse geschah: Neun Monate später brach die Große Rezession aus, die die Weltwirtschaft an den Abgrund brachte. Sie zerstörte bis zumTiefpunkt der Aktienmärkte im März 2009 rund um den Globus über 34 Billionen Dollar Vermögen. Es war die schärfste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg.

Mehr als die addierte jährliche Wirtschaftsleistung der USA, der EU und Japans wurde zerstört. Die privaten US-Haushalte verloren acht Billionen Dollar an der Börse und sechs Billionen Dollar mit ihren Immobilien.

Regierungen, sprich Steuerzahler, mussten weltweit mit 20 Billionen Dollar Banken und Industriefirmen retten, darunter einige deutsche Kreditinstitute. In den USA bekamen 300 Banken Notkredite und Rettungsschirme im Rahmen des TARP-Programms. General Motors wurde mit 27 Milliarden Dollar gestützt, der Versicherer AIG mit 23, Milliarden, die staatlichen KreditversichererFannie Mae und Freddie Mac zusammen 142 Milliarden.«





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Blaupause für die Enteignung von Steuerzahlern: Ramschbanken in Griechenland

Blaupause für die Enteignung von Steuerzahlern: Ramschbanken in Griechenland

Janne Jörg Kipp

Griechische Bankaktien sind kürzlich für lächerliche Beträge aufgekauft worden. Ein Musterbeispiel dafür, wie die Politik Volksvermögen für »Rettungen« verschleudert und jetzt noch einmal verramscht. So funktioniert die Enteignung perfekt.

Wer kürzlich griechische Banken kaufen wollte, musste dafür lediglich wenige Cent aufwenden. Das »Risikokapital« für die nahezu wertlosen Institute beläuft sich nach Schätzungen der Ratingagentur S&P 500 wohl auf ungefähr 14 Milliarden Euro. Die National Bank of Greece kostet dabei derzeit etwa zwei Cent.
Die Piräus Bank können Sie theoretisch für 0,3 Cent pro Aktie erwerben. Gut 4 Cent werden für die »Alpha Bank« fällig. Die Aktienkurse werden Sie vermutlich nicht interessieren. Viel interessanter ist das, was der griechische Staat 2013 für dieselben Banken zahlte:

Die National Bank of Greece kostete 4,29 Euro, die Piräus Bank 1,70 Euro, die Alpha Bank 44 Cent. Der Steuerzahler also finanzierte horrende Preise zur Rettung von Banken, die Privaten heute fast verschenkt werden. Der griechische Staat verschenkt Volksvermögen. Und das war absehbar.

Rückblende: 2013 waren die griechischen Banken bereits konkursreif. Die Bankkunden, darunter natürlich auch ausländische Groß-Investoren, wollten ihr Geld aber noch retten, das auf den Konten schlummerte. Die Zeit sollte ihnen offenbar noch gegönnt werden, denn wider jede ökonomische Vernunft sprang der Staat ein, natürlich unterstützt durch die EU.

Die Banken waren schon damals nichts mehr wert, aber der Staat öffnete seine und letztlich unser aller Schatulle. Der Bankenrettungsfonds HFSF rettete die vier größten griechischen Institute, dieselbst aufgrund des Schuldenschnitts des griechischen Staates in Bedrängnis gekommen waren.

Der faktisch staatliche Fonds saß nun auf Banken, die weiterhin nicht gesund waren. Die Europäische Union versprach für die sogenannte Bankenrekapitalisierung noch einmal 25 Milliarden Euro. Das Geld sollte allerdings nur unter der Voraussetzung fließen, dass die schon aufgetretenen neuen Bilanzlücken durch »privates Risikokapital« geschlossen würden. Bis Ende dieses Jahres.

Genau das ist nunmehr gelungen. Die privaten Investoren wieBrookfield Capital Partners, Capital Group, Fairfax, Highfields Capital Management, Pimco, WLR Recovery Fundoder Wellington durften sich die Kaufpreise für die neuen Aktien quasi selbst aussuchen – und haben das wie oben beschrieben weidlich ausgenutzt.

Irgendjemand aber verliert bei dem Geschäft Geld – und das sind der Bankenrettungsfonds sowie die griechischen und europäischen Steuerzahler. Allein die Anteile des Fonds sinken um deutlich mehr als 60 Prozent. Nur der Fonds selbst beschert den Steuerzahlern einen Verlust von 20 Milliarden Euro.

Insgesamt soll die Bankenrettungsaktion sogar 40 Milliarden Euro gekostet haben. Dafür zeichneten die Regierung, zusätzlich aber der IWF, die europäische Zentralbank, die EU-Kommission und der Europäische Stabilisierungsmechanismus (ESM) verantwortlich. Geld, das wir alle aufwenden.

Damit hat der »Bankraub« aber noch nicht die letzte Stufe erreicht. Schon jetzt ist mehr oder weniger klar, dass die nächsten Kapitallücken 2016 unabwendbar sind. Dafür hat die jetzige Privatisierung die rechtliche Voraussetzung für eine weitere Enteignung geschaffen.

Die Europäische Union hat eine ab 2016 gültige Regel erlassen, wonach die Sparer der Banken selbst bei weiterem Kapitalbedarf enteignet werden müssen. In drei Wochen ist es so weit: Wer über mehr als 100 000 Euro verfügt, muss bei weiteren Schieflagen mit der zypriotischen Lösung rechnen. Das Geld wird (teils) zur Bankenrettung herangezogen. Erst wenn dies nicht mehr reicht, wird wiederum der Staat belastet.

Das heißt, die Enteignung läuft klassisch. Erst springt der Staat ein – oder ein Staatenverbund. Dann dürfen sich Private die besten Stücke günstigst einverleiben. Und der restliche Schaden gehört wieder den Steuerzahlern.

Die große Enteignung in Griechenland läuft bereits. Es dürfte sich um eine Blaupause handeln.





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