Freitag, 19. Februar 2016

EZB-Politik dürfte im Bargeldverbot und somit im Chaos enden

EZB-Politik dürfte im Bargeldverbot und somit im Chaos enden

Birgit Stöger

Der frühere EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark kritisiert einmal mehr das Verhalten der Notenbanken, die sowohl die Regierungen wie auch die Finanzmärkte von der seit Jahren anhaltenden Lockerungspolitik abhängig gemacht hätten. Professor Dr. Jürgen Stark gilt als Vertreter einer strikten Geldpolitik. Von 1998‒2006 war er Vizepräsident der Deutschen Bundesbank. 2006 wurde er als Nachfolger von Otmar Issing zum Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) berufen.

Dass Stark als Mann der klaren Worte gilt und sich getraut, auch Unbequemes zu sagen, demonstrierte er 2012, als er wegen seiner Unzufriedenheit über den Kurs der EZB von seinem Amt als EZB-Chefökonom zurücktrat, was ein enormes Medienecho hervorrief. Seither zeigt sich Stark mit Blick auf die möglichen Folgen der aktuellen EZB-Geldpolitik höchst besorgt.
Zentralbanken und Regierungen haben versagt

In einem Interview mit Welt Online legt der sich als ordoliberal einstufende Stark dar, dass trotz aller Versprechen der jeweiligen Regierungen, das weltweite Finanzsystem widerstandsfähiger zu machen, nichts geschehen sei. Weder die Staatsschuldenkrise noch die Wachstumsprobleme seien gelöst.

Vielmehr seien die Zentralbanken längst zu »Gefangenen ihrer eigenen Politik« geworden. Stark bestätigte das Stimmungsbild, das KOPP Online letzte Woche von den Kapitalmärkten zeichnete und wies darauf hin, dass seit einigen Wochen eine deutliche Korrektur an einigen, bisher überbewerteten Vermögenswerten stattfindet.

Da es bei solchen Prozessen zu heftigsten Marktreaktionen kommen könne, würde das Bankenbeben der letzten Wochen Erinnerungen an die Finanzkrise von 2008 wachrufen. Ob man sich tatsächlich bereits am Anfang einer neuen systemischen Krise befinde, sei schwer zu bewerten. Deutlich jedoch sei zu erkennen, wie abhängig die Finanzmärkte und die hochverschuldeten Regierungen vom jeweiligen Verhalten der Zentralbanken seien.

Stark gehört zu den frühen Mahnern, die in der hohen Schuldenlast der Euro-Länder eine große Gefahr sahen und bezeichnete die Niedrigzinspolitik des ehemaligen Investmentbankers Mario Draghi als großes Risiko, da diese Geldpolitik zu fundamental verzerrten Marktbedingungen führen. Zudem habe man keine Erfahrungen damit, welche Auswirkungen eine so lange Zeit der niedrigen Zinsen haben werde.

Die bisherigen Versäumnisse der Regierungen und die noch anhaltenden Anpassungsprozesse der Bankensysteme in wichtigen Ländern der Euro-Zone haben zu dem hohen Anteil von notleidenden Krediten geführt, die sich nun in den Bankenbilanzen widerspiegeln und Kreditvergaben enorm belasten.

Dass bislang immer noch keine Entwöhnung des Weltfinanzsystems von der massiven Geldflut stattgefunden habe, werde sich rächen. Das durch die Nullzins-Politik verfolgte Ziel, eine gesamtwirtschaftliche Nachfrage zu stimulieren und die Refinanzierungskosten der immensen Staatsschulden zu senken, übersteige die Möglichkeiten der Geldpolitik und schaffe keinerlei wirtschaftliches Wachstum. Zudem setze diese Geldpolitik gänzlich falsche Anreize für Regierungen, die sich somit weiter verschulden würden.

Auch wenn die Banken derzeit keine großen Mengen von Staatspapieren der eigenen Regierungen kaufen würden, blieben die potenziellen Belastungen bestehen, so Stark. Das Aufkaufen erledige zurzeit die EZB-Geldpolitik über die »mengenmäßige Lockerung« (Quantitative Easing, QE).

Bargeldverbot wird kommen

Die milliardenschweren Aufkäufe von Anleihen durch die Notenbanken hält Stark unter den vorherrschenden Bedingungen für uneffektiv. Ein »weiter so« bis hin zu einer Erhöhung der Dosis für eine noch längere Zeit werde die negativen Folgen noch verschärfen.

Die Antwort Starks auf die Frage, welche Möglichkeiten den »Herren des Geldes« noch »offen stünden«, fällt dementsprechend ernüchternd aus. Sollten die Zentralbanken ihrer bisherigen Logikfolgen, werden diese sich nicht scheuen, die »Belastbarkeit neuer Instrumente« zu testen.

Insbesondere werden die Zentralbanken eine nochmalige Ausweitung des QE und der Negativ-Zinsen auf breiter Front durchsetzen. Stark weist darauf hin, dass es hierfür aber Grenzen der Akzeptanz gebe. Die Bürger würden dazu übergehen, verstärkt Bargeld zu halten, was wiederum die Bestrebungen der Zentralbanken konterkariere.

In letzter Konsequenz, so der ehemalige EZB-Chefökonom, werde dies zur Abschaffung des Bargelds und zur Entmündigung der Bürger führen. Das alles dürfte im Chaos enden, so das Resümee des Ökonomen.

Wie weit sich die Realität bereits an das von Stark skizzierte Szenario angenähert hat, zeigen die aktuellen Hilferufe der Banken an die EZB und die momentan diskutierte Limitierung von Bargeldgeschäften auf 5000 Euro. Bereits als beschlossen darf die Abschaffung des 500-Euro-Scheins gelten, was in einem rasend schnellen Tempo in der Abschaffung des Bargeldes münden wird.




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Notruf der Banken an die EZB schreckt die Finanzwelt auf

Notruf der Banken an die EZB schreckt die Finanzwelt auf

Markus Gärtner

SOS im Banken-Universum. Das Handelsblatt berichtet unter der Schlagzeile »Der Notruf der Banken« von einigen europäischen Geldhäusern, die SOS-Signale an EZB-Präsident Mario Draghi abgesetzt haben. In den Teppich-Etagen der Geldhäuser herrscht wegen der horrenden Kursverluste der vergangenen Wochen »Krisenstimmung.«

Im Klartext: Die Top-Banker fühlen sich nach den jüngsten Kurs-Kapriolen an den Börsen - sowie zunehmenden Gerüchten über Schieflagen bei diversen Banken - stark an die Finanzkrise 2008 erinnert. Sie fürchten den Kollaps einzelner Institute, und in der Folge des ganzen Systems.

Laut Handelsblatt haben »bereits mehrere Banker bei der Europäischen Zentralbank um Hilfe gebeten.« Alleine könnten sie die Krise nicht überwinden. - Die konkrete Forderung lautet, die EZB solle anstatt Staatsanleihen nun auch Anleihen der Banken aufkaufen.

Wir haben es mit dem schrillsten Warnsignal zu tun, das seit Beginn der jüngsten Börsenturbulenzen zu hören war.

Der Hilferuf der Banken wird ausgerechnet an jenem Tag bekannt, an dem (Dienstag dieser Woche) vor dem Verfassungsgericht über eine Klage verschiedener Staatsrechtler, darunter dem emeritierten Karl Albrecht Schachtschneider, gegen die Geldpolitik der EZB verhandelt wird.

Seit der Finanzkrise haben uns Politiker aller Parteien versichert, Europas Banken seien stabiler geworden, die Steuerzahler würden nicht wieder zur Kasse gebeten. Sollte Mario Draghi den Notruf der Banken erhören, wonach es zunächst noch nicht aussieht, dann wäre das die verzweifelteVorstufe, einen erneuten Bailout zu Lasten der Steuerzahler noch zu vermeiden.

Doch selbst wenn Draghi einen Rettungsanker setzen will, kann er das kaum schaffen. Zu viele Schrott-Papiere liegen noch aus der jüngsten Finanzkrise in den Tresoren der Banken. Und zu viele riskante Wertpapiere und deren Derivate schlummern wie eine Bombe in den Kellern und Bilanzen der Geldhäuser.

Laut der Finanz-Webseite Seeking Alpha hielt die Deutsche Bank im Oktober Derivate mit einem addierten Nennwert von mehr als  52 Billionen Euro. Das sind 50 Prozent mehr als Lehman Brothers zum Zeitpunkt seiner Pleite.

Im jüngsten Quartalsbericht des Office oft he Comptroller oft he Currency (OCC), das beim US-Finanzministerium unter anderem über die Derivate-Risiken der Banken wacht, wird für die 25 größten Banken ein addierter Derivate-Nennwert von 191 Billionen Dollar ausgewiesen. Das entspricht 49 Mal der gesamtwirtschaftlichen Leistung Deutschlands in einem Jahr.

Die Banken weisen gerne darauf hin, dass sie solche Risiken durch Geschäfte mit anderen Banken oder Investoren absichern. Doch dadurch entsteht ein gigantisches Kartenhaus, das ein größererDomino zum Einsturz bringen kann.

»Viele überregionale Banken sind anhaltend strategischen Herausforderungen ausgesetzt, um in einer langsam wachsenden Wirtschaft mit niedrigen Zinsen zu wachsen. Die Banken lockern angesichts des Wettbewerbsdrucks und der Wachstumsaussichten die Kreditstandards, unter anderem was die Laufzeiten, die Sicherheiten und die Kontrolle angeht.«
Ganz klar: Das Risiko steigt weiter an, und das Umfeld wird für die Geldhäuser immer schwieriger. Dass jetzt plötzlich von einer »Abwärtsspirale« die Rede ist, lässt aufhorchen. Ebenso beunruhigt die Tatsache, dass die EZB zu Hilfe gerufen wird.

Die US-Notenbank hat gerade als erste große Zentralbank der Welt mit dem Versuch begonnen, die Zinsen nach sieben Jahren am Boden wieder zu normalisieren. Kaum wird es an den Börsen etwas turbulenter, kommen solche Hilferufe und es droht eine erneute Kehrtwende, diesmal mit den Zinsen weiter nach unten.

Das ist nichts anderes als der abschließende Beweis, dass die ultra-lockere Geldpolitik der vergangenen Jahre nichts gebracht hat.

Was jetzt droht, ist eine massive Ausbreitung negativer Strafzinsen auf Ersparnisse. Dann werden Bankkunden noch mehr Bares abheben zuhause deponieren.

Der nächste Schritt ist das Bargeldverbot. Es wird schneller kommen, als wir alle erwarten.





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Die Banken in der Euro-Zone wandeln hart am Abgrund

Die Banken in der Euro-Zone wandeln hart am Abgrund

Thomas Trepnau

Der Aktienkurs der Deutschen Bank ist innerhalb von zwölf Monaten um 43 Prozent gefallen. Bei der Commerzbank sieht es mit einem Kursrückgang von 35 Prozent kaum besser aus. Finanzminister Wolfgang Schäuble sieht sich genötigt, die Deutsche Bank zu verteidigen, er mache sich »keine Sorgen«. Doch die Wirtschaftsweise Isabel Schnabel hält die Kursentwicklung der Bankaktien für »sehr beunruhigend«.

Auch die Marktteilnehmer sind bei den Euro-Banken ausgesprochen misstrauisch. Sie erwarten hohe Abschreibungen und gehen davon aus, dass das Eigenkapital in den Bankbilanzen viel zu hoch ausgewiesen ist. Die Eigenkapitaldecke der Banken ist laut Degussa-Marktreport und Informationen der Europäischen Zentralbank hauchdünn. Das heißt, ihre Fähigkeit, die nächsten Schocks wegzustecken, ist äußerst begrenzt.
In Wahrheit ist dieser Puffer sogar so dünn, dass er bei Verlusten von nur acht Prozent in den Bilanzen ausgelöscht wäre. Die Banken wären nicht mehr in der Lage, Kredite zu vergeben. Das würde einen Teufelskreis in Gang setzen, der die Realwirtschaft mit in den Abgrund zieht.

Schon bei einer geringen Abschwächung der Wirtschaft, auf die seit Monaten ja einiges hindeutet, wird eine Reihe von Krediten über Nacht »notleidend«. Die Eigenkapitalquoten würden dann mit Stumpf und Stiel in den Boden gerammt.

In diesem Fall erwischt es zuerst die Aktionäre der Banken, dann die Halter von Bankanleihen und anschließend die Sparer mit ihren Bankguthaben (Bail in). Was der Einlagensicherungsfonds für Sparer dann wirklich wert ist, wird sich zeigen. Genügen diese bisher angeführten Maßnahmen nicht, dann steht noch der »Europäische Abwicklungsfonds« mit 55 Milliarden Euro bereit.

Die EZB wird Zahlungsausfälle im Euro-Bankenapparat jedoch nicht zulassen. Sie wird, um die Zahlungsfähigkeit der Euro-Banken sicherzustellen, die Geldmenge erheblich ausweiten. Bei einer Liquiditätslücke der Euro-Banken von rund 4,8 Billionen Euro Ende 2015 wird die EZB ihr Anleihenkaufprogramm noch einmal kräftig steigern.

Die Europäische Zentralbank unter Draghi hat diese Verwerfungen befördert, indem sie Minizinsen verordnet hat. Darüber freuen sich die Schuldner. Ganz besonders die Regierungen der Länder der Euro-Zone.

Bei den Geldverleihern drosselt der niedrige Zins jedoch die Gewinnmargen und verhindert die Bildung einer brauchbaren Eigenkapitaldecke. Wie soll bei einem Hypothekenkredit für 1,6 Prozent Zinsen pro Jahr noch Risikovorsorge betrieben werden?

Europas Banken sind derzeit noch nicht einmal in der Lage, Angaben zu gebildeten Rückstellungen zu machen. Da sie es auch versäumt haben, frisches Kapital auf den Kapitalmärkten aufzunehmen, bleibt ihnen jetzt gar nichts anderes übrig, als bei Draghi um Hilfe zu betteln. So berichtete dasHandelsblatt.

Wenn Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem beim Finanzministertreffen in Brüssel behauptet, unsere Banken seien in einer deutlich besseren Situation als noch vor ein paar Jahren und es sei viel Eigenkapital aufgebaut und es seien Bilanzen restrukturiert worden, dann fragt man sich, ob der Mann jemals einen Blick in eine Bankenbilanz geworfen hat.

Dass unser Finanzminister Wolfgang Schäuble erklärte, ihm würden die jüngsten Kurseinbrüche der Deutschen Bank »keine Sorge« bereiten, muss jedem Beobachter tiefe Sorgenfalten auf die Stirn treiben.

Als weitere Beruhigungspille musste dann auch noch EU-Wirtschaftsminister Pierre Moscovici erklären, die Fundamentaldaten seien ebenso ausreichend solide wie der Bankensektor und diereale Wirtschaft. Europa sei nicht auf dem Weg in eine neue Krise. Der Bankenstresstest belege die Solidität der Branche.

Wenn uns drei derart hochrangige Funktionäre so eindringlich versichern, alles sei in bester Ordnung, dann gilt: Rette sich, wer kann! Bankkunden, die ihre Ersparnisse vertrauensvoll auf einem Bankkonto liegen haben, sollten bei der Gemengelage gründlich darüber nachdenken, ob ihr Geld dort gut aufgehoben ist.

Die Situation der Euro-Banken ist fragil wie nie. Daran ändern auch die nun wieder etwas besseren Aktienkurse nichts. Die Euro-Banken und damit die Wirtschaft der Euro-Zone wandeln am Abgrund.

Market Watch meint: Fällt nur eine deutsche oder französische Bank, dann geht der Euro mit ihr unter. Eine weitere Bankenkrise überlebt die Euro-Zone nicht.








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Mittwoch, 27. Januar 2016

Wieder geschehen seltsame Dinge an der New Yorker Warenterminbörse COMEX

Wieder geschehen seltsame Dinge an der New Yorker Warenterminbörse COMEX

Tyler Durden

In den letzten Wochen herrschte eine gespenstische Stille an der New Yorker Warenterminbörse COMEX. Nachdem der Gesamtbestand an realem physischem Gold Anfang Dezember noch auf ein Rekordtief von mageren 120 000 Feinunzen abgestürzt war, hat sich seither daran kaum etwas geändert. Die Gesamtmenge des physisch verfügbaren Goldes pendelte sich bei einem Wert von 275 000 Feinunzen ein und verharrte dort während des gesamten bisherigen Januars.
Das änderte sich gestern, als die aktualisierten Zahlen zu den Goldbeständen in den Tresoren der COMEX veröffentlicht wurden. Da hieß es plötzlich, die Menge von sage und schreibe 201 345 Feinunzen sei auf Wunsch der Eigentümer von der Kategorie »registered« (also physisch vorhanden) in die Kategorie »eligible« (»irgendwie« vorhanden, kann aber nicht gehandelt werden) verschoben worden. Damit verringerte sich die Gesamtmenge des »registered« Goldes über Nacht schlagartig um 73 Prozent von 275 000 auf 75 000 Feinunzen.

Diese Anpassungswünsche gingen insbesondere von drei Banken aus, die erhebliche Mengen ihrer Goldbestände umwidmeten: von Scotia Mocatta (– 95 000 Feinunzen), der HSBC (– 85 000 Feinunzen) und Brink’s (– 21 000 Feinunzen).

Demgegenüber blieb die Summe aller offenen Positionen in Gold-Termin- oder Gold-Optionskontrakten (die sogenannten »Gold Open Interests«) mit einer Größenordnung von etwa 40 Millionen Unzen praktisch unverändert.



Das wiederum bedeutet, dass das »Deckungsverhältnis«zwischen realem, physischem Gold und denPapiergoldforderungen, deren Entwicklung wir seit der ersten massiven Verschlechterung im August 2015 genau verfolgt haben, erneut massiv »verdünnt« wurde.

Die Kurven zeigen – und das ist wahrlich auch ohne weitere Erklärungen sehr beunruhigend –, dass den Gold Open Interests mit einer Größenordnung von 40 Millionen Feinunzen lediglich 74 000 Feinunzen an realem, physischem Gold gegenüberstehen.

Beim Börsenschluss am Montag lag das Verhältnis zwischen Papierforderungen und realem physischem Gold demnach bei 542 : 1 (jeder Feinunze realen physischen Goldes standen also Ansprüche von 542 Feinunzen Papiergold gegenüber). Anders gesagt, der Verdünnungsfaktor betrug 0,2 Prozent.



Nun haben Kritiker unserer Warnungen eingewandt, es hinge immer davon ab, wie genau die Lieferverpflichtungen formuliert seien. Der COMEX sei es unter bestimmten Umständen durchausmöglich, sich einfach aus den sogenannten »eligiblen« Goldbeständen zu bedienen und dieses Gold dazu zu benutzen, um Lieferverpflichtungen nachzukommen – mit ausdrücklicher (oder auch ohne ausdrückliche) Genehmigung des Eigentümers des Goldes.

Diese beunruhigende Realität, dass lediglich knapp zwei Tonnen realen, physischen (»registered«) Goldes zur Verfügung stehen, um Lieferforderungen nach physischem Gold bedienen zu können, liefert auch keine Antwort auf die Frage, warum so viele Eigentümer realen, physischen Goldes ihre Bestände umwidmen.

Angesichts der Tatsache, dass die Bestände an »registered« Gold an der COMEX auf gerade einmal 74 000 Feinunzen abgesunken sind, dürften wir schon sehr bald herausfinden, ob die Kritiker recht haben. Denn diese Gesamtbestände an »registered« Gold könnten schnell erschöpft sein, wenn die nächste Forderung nach einer Goldlieferung auf dem Tisch liegt und bedient wird – oder eben nicht.







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So wehren Sie sich gegen den Großangriff auf Ihr Bargeld!

Der nächste dreiste Coup auf unser Geld steht unmittelbar bevor: Schon bald drohen Bargeldrestriktionen bis hin zum Bargeldverbot. Die EU arbeitet bereits an konkreten Plänen, das Bargeld 2018 vollständig abzuschaffen. Die Bürger werden dadurch zu »gläsernen« und ferngelenkten Verbrauchern. Der Staat und viele Großkonzerne reiben sich die Hände.In Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland und anderen Staaten Europas ist Cash längst nicht mehr fesch. Dort gelten bereits heute Höchstgrenzen, bis zu denen der Kunde in bar zahlen darf.



Achtung! Bargeldverbot!

Michael Brückner

So wehren Sie sich gegen den Großangriff auf Ihr Bargeld! 
Der nächste dreiste Coup auf unser Geld steht unmittelbar bevor: Schon bald drohen Bargeldrestriktionen bis hin zum Bargeldverbot. Die EU arbeitet bereits an konkreten Plänen, das Bargeld 2018 vollständig abzuschaffen. Die Bürger werden dadurch zu »gläsernen« und ferngelenkten Verbrauchern. Der Staat und viele Großkonzerne reiben sich die Hände.

In Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland und anderen Staaten Europas ist Cash längst nicht mehr fesch. Dort gelten bereits heute Höchstgrenzen, bis zu denen der Kunde in bar zahlen darf. Höhere Beträge müssen mit Karte beglichen werden. Unglaublich, aber wahr: In Schweden ist sogar die Benutzung öffentlicher Toiletten nur noch per Handyzahlung möglich.

Hinter den Kampagnen gegen unser Bargeld steht eine einflussreiche Elite: Großkonzerne wie Google und Apple, US-amerikanische Kreditkartenorganisationen, Banken, Notenbanken und Regierungen. Der Finanzjournalist Michael Brückner nennt die wahren Hintergründe und erläutert Ihnen die vier möglichen Szenarien zur Durchsetzung eines Bargeldverbots.

Welche fatalen Folgen hat ein Verbot von Bargeld für Sie persönlich?Lesen Sie in diesem packenden Buch, welche Folgen Bargeldrestriktionen für Sie ganz persönlich haben. Und erfahren Sie, was Sie dagegen unternehmen können. Brückner geht auch auf mögliche Alternativen wie Bitcoins sowie andere Kryptowährungen und Regionalgeld ein.

Ein mächtiges Finanzkartell arbeitet bereits an der Bargeldabschaffung!
Bedenken Sie:
  • Noch können Sie in Deutschland und Österreich frei entscheiden, ob Sie bar oder bargeldlos zahlen. Doch in Brüssel sorgt ein mächtiges Finanzkartell bereits dafür, dass dies nicht mehr allzu lange so bleiben wird.
  • Auch in Deutschland haben einflussreiche Politiker Bargeldlimits bereits ins Gespräch gebracht.


Handeln Sie jetzt, bevor es zu spät ist!

Gebunden, 224 Seiten

Samstag, 23. Januar 2016

Kernschmelze an den Märkten: Noch nie nahm ein Jahr einen solchen Anfang

Kernschmelze an den Märkten: Noch nie nahm ein Jahr einen solchen Anfang

Michael Snyder

Das neue Jahr ist gerade einmal drei Wochen alt, und dennoch werden wir Zeuge einer Folge noch nie da gewesener Ereignisse. Innerhalb der ersten vier Handelstage wurde der Aktienhandel an den chinesischen Börsen zweimal vorübergehend komplett ausgesetzt. Der Dow Jones Industrial Average hat noch nie zuvor innerhalb der ersten drei Handelswochen so viele Punkte verloren wie in diesem Jahr. Und am 20. Januar hieß es dann offiziell, dass sich auf den weltweiten Aktienmärkten eine Baisse bildet, das heißt eine Phase deutlicher Kurseinbrüche, die durch eine insgesamt pessimistische Stimmung geprägt ist.

Seit Ende Juni 2015 wurden 15 Billionen Dollar an Aktienwerten vernichtet. Und natürlich passen sich die Märkte lediglich den Marktrealitäten an. Der Baltic Dry Index (BDI), der die Preisentwicklung beim Schiffstransport der wichtigsten Frachtgüter abbildet und als Frühindikator des Welthandels gilt, erreichte gestern ein neues Allzeittief.
Der Einzelhandelskonzern Wal-Mart kündigte die Schließung von 269 Märkten an, und die Anträge auf Arbeitslosengeld nahmen so stark zu wie seit sechs Monaten nicht mehr.

Wenn das Jahr schon so schlecht beginnt, was wird es uns dann im weiteren Verlauf noch bringen?

Am vergangenen Donnerstag erholte sich der Dow Jones glücklicherweise wieder ein wenig, aber trotzdem bewegen wir uns immer noch in schwierigem, unbekanntem Gelände.

Der amerikanische Fernsehsender CNBS berichtete am 21. Januar, noch nie sei der Dow Jones so schlecht in ein Jahr gestartet wie 2016.
»Der Dow Jones Industrial Index, der 1896 eingeführt wurde, verzeichnete noch niemals zuvor einen Jahresbeginn mit zwölf aufeinanderfolgenden schlechten Handelstagen. Beim Handelsschluss am Mittwoch war der Dow um 9,5 Prozent gefallen. Selbst wenn man den Kursanstieg vom Donnerstagmittag berücksichtigt, verlor der Dow 2016 bereits fast acht Prozent.«
Aber trotz des Kursmassakers, das wir bisher erlebt haben, sind die Aktien immer noch massiv überbewertet, vergleicht man sie mit historischen Durchschnittswerten. Bei einer realistischenBewertung der Aktienwerte müssten sie noch einmal um ein Drittel an Wert verlieren. Im Folgenden ein Auszug aus einem Artikel auf der Internetseite Market Watch, ebenfalls vom gestrigen Donnerstag:
»Aus Zahlen der US-Notenbank geht hervor, dass die Aktienwerte von Unternehmen außerhalb des Finanzsektors gegenwärtig mit 90 Prozent des Wiederbeschaffungswertes aller Vermögensgegenstände des Unternehmens bewertet werden. Dieser Index ist auch als ›Tobin Q‹ bekannt. Geht man allerdings ein Jahrhundert zurück und betrachtet den historischen Durchschnittswert [der Unternehmensaktien] in diesem Zeitraum, liegt dieser Wert etwa im Bereich von 60 Prozent der Wiederbeschaffungskosten. Legt man diesen Wert zugrunde, könnten die Aktien noch ein weiteres Drittel ihres Wertes verlieren und damit den Dow Jones unter die 10 000-Punkte-Marke drücken. (Am vergangenen Mittwoch schloss der Dow Jones bei 15 767.) Zu ähnlichen Ergebnissen kommen auch Berechnungen, bei denen die Aktienkurse mit den inflationsbereinigten mittleren Gewinnen [dem Kurs-Gewinn-Verhältnis, KGV] der letzten Jahre verglichen werden. Dieser Indikator ist auch unter der Bezeichnung ›zyklisch angepasstes Kurs-Gewinn-Verhältnis‹, kurz: ›CAPE‹ oder ›Shiller-KGV‹, bekannt, benannt nach dem amerikanischen Ökonomen und Nobelpreisträger Robert J. Shiller, der ihn entwickelte.«
Den Mainstreammedien ist die Brisanz der Situation offensichtlich nicht bewusst. Sie hängen scheinbar immer noch der Illusion an, dass die Blase auf ewig halten wird. Die jüngsten Turbulenzen auf den Aktienmärkten haben sie daher völlig überrascht.

Aber eigentlich sollten die gegenwärtigen Ereignisse niemanden von uns wirklich überraschen. Die Finanzmärkte passen sich immer irgendwann der wirtschaftlichen Realität an, und zahlreiche, sich mehrende Hinweise zeigen, dass die wirtschaftlichen Aktivitäten deutlich abnehmen. Hier einigeentsprechenden Aspekte aus einer Analyse von Brandon Smith:
»Der Lastwagengüterfrachtverkehr in den USA ist stark rückläufig. Die Spediteure verweisen auf ›hohe Lagerbestände‹ und einen Auftragsrückgang als Ursache.
Aktuelle Zahlen zum Güterfrachtverkehr von Morgan Stanley deuten auf einen massiven Auftragseinbruch hin, der noch schlimmer als im Krisenjahr 2009 ausfällt.
Der Baltic Dry Index, der die weltweiten Frachtkosten abbildet und auf diese Weise als Indikator der weltweiten Nachfrage beim Schiffsfrachtverkehr von Rohstoffen gilt, ist erneut auf einen neuen historischen Tiefstand abgesunken. Windige, selbsternannte Experten des Mainstreams verbreiten immer noch die Lüge, dass ein ›Überangebot an neuen Schiffen‹ für den Rückgang des BDI verantwortlich sei. Aber der Vorstandschef der weltgrößten Reederei A. P. Moeller-Maersk widerlegte diesen Unsinn, als er im November einräumte, dass sich das ›weltweite Wachstum verlangsamt‹ und ›der Handel gegenwärtig deutlich schwächer verläuft, als es nach den vorliegenden Wachstumsprognosen eigentlich zu erwarten war‹.«
Ein weiteres unheilverkündendes Anzeichen ist die Tatsache, dass die Anträge auf Arbeitslosengeld erneut deutlich ansteigen.
»Die Zahl der Amerikaner, die bis Mitte Januar Anträge auf Arbeitslosengeld stellten, hat den höchsten Wert seit sieben Monaten erreicht. Dies deutet darauf hin, dass die Zahl der Entlassungen in den USA nach einem Rekordtiefstand nun wieder leicht zu steigen beginnt.
Saisonbereinigt nahm die Zahl der Anträge auf Arbeitslosengeld nach Regierungsangaben in den sieben Tagen vom 10. bis 16. Januar um 10 000 auf 293 000 Anträge und damit auf den höchsten Stand seit Juli letzten Jahres zu.«
Seit der letzten Rezession war die Energieindustrie der wichtigste Motor bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze in den USA. Aber gegenwärtig stecken die »Erdöl-Boomtowns«, die zuvor eine rasante wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung hingelegt hatten, in einer schweren Krise, und es kommt zu Massenentlassungen von Arbeitnehmern.

Wie ich bereits an anderer Stelle berichtete, mussten 42 nordamerikanische Erdölunternehmen ihren Bankrott erklären, und 130 000 gut bezahlte Arbeitsplätze in diesem Wirtschaftsbereich gingen in der Region seit Beginn des Jahres 2015 verloren. Angesichts der immer noch weiter sinkenden Rohölpreise dürfte sich die Lage weiter verschlechtern.

Aber immer noch sind viele Menschen überzeugt, hierbei handele es sich lediglich um eine kurzfristige »Konjunkturdelle«, also eine kurze konjunkturelle Abschwächung. Viele glauben offenbar, dass wir jetzt eben eine kurze Phase einer starken Rezession durchstehen müssten, und dann würden wir wieder das Wirtschaftswunderland erreichen. Sie begreifen nicht, dass sich zahlreiche langfristige wirtschaftliche Entwicklungstrends nun zu einem Crescendo vereinigen.

Viele Jahrzehnte lang haben wir massiv über unsere Verhältnisse gelebt. Die Regierung in Washington, aber auch die Regierungen auf bundesstaatlicher und Gemeindeebene sowie Unternehmen und Verbraucher – sie alle haben sich höher und schneller verschuldet, als durch unser Wirtschaftswachstum hätte aufgefangen werden können. Natürlich war von Anfang an klar, dass diese Entwicklung niemals nachhaltig sein würde, aber es lief so lange für viele von uns gut, dass wir überzeugt waren, unser zunehmend schuldenfinanzierter Wohlstand sei doch irgendwie »normal«.

Aber in Wahrheit ist es auf lange Sicht unmöglich, weitaus mehr zu konsumieren, als man produziert. Und nun holt uns die bittere Realität ein. Diesen Aspekt verdeutlichte Simon Black ineinem seiner jüngsten Artikel auf ausgezeichnete Weise.
»Wirtschaftswissenschaft ist eigentlich nicht so kompliziert. Das universelle Gesetz des Wohlstandes ist sehr einfach. Es lautet: Produziere mehr, als du verbrauchst.
Regierung, Unternehmen und alle Menschen müssen sich an dieses Gesetz halten. Diejenigen, die das tun, werden erfolgreich sein. Diejenigen, die dagegen verstoßen, werden früher oder später scheitern.
Wenn das gesamte Finanzsystem dieses grundlegende Gesetz missachtet, gefährdet das uns alle.
Und wenn Sie das verstanden haben, können Sie einfache und vernünftige Maßnahmen ergreifen, um sich vor den Konsequenzen zu schützen.«
Aber möglicherweise haben wir den richtigen Zeitpunkt, die Folgen unseres Handelns zu vermeiden, bereits verpasst. Wir müssen nun den Preis für unglaublich dumme Entscheidungen in der Vergangenheit zahlen. Und jeder, der in Barack Obama, der Federal Reserve oder irgendjemandem in Washington den Retter aus dieser Misere zu erkennen glaubt, wird bitterlich enttäuscht werden.

Die Dinge laufen jetzt schon sehr schlecht. Warten wir ab, was als Nächstes auf uns zukommen wird. 2016 ist das Jahr, in dem sich alles ändert.




Das Machtkartell der internationalen Hochfinanz
Kann eine verschworene Bankerclique einen Präsidenten »machen?« - Ja!
Kann diese konspirative Gruppe den US-Kongress überlisten? - Ja!
Kann dieses Kapitalkartell Regierungen und den gesamten Geldverkehr kontrollieren? - Ja!
Als Instrument für die Erreichung dieser Ziele dient die mächtigste Bank der Welt, die US-Notenbank Federal Reserve - und zwar bis heute! Das klingt so ungeheuerlich, dass Sie es vielleicht nicht glauben können, aber es ist wahr.



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Mittwoch, 16. Dezember 2015

Zinsanstieg in den USA: Aber keine KO-Tropfen von der Fed für die Finanzmärkte

Zinsanstieg in den USA: Aber keine KO-Tropfen von der Fed für die Finanzmärkte

Markus Gärtner

Die US-Notenbank (Fed) hat am Mittwochabend zum ersten Mal nach fast zehn Jahren die Leitzinsen angehoben. Doch die sogenannte »Zinswende« ist mit einer Anhebung um einen Viertel Prozentpunkt lediglich ein Minischritt, eine symbolische Maßnahme, die zwei Ziele erreichen soll: Erstens bleibt die Zinslatte der Fed nach sieben Jahren an der Nulllinie noch immer praktisch am Boden, die Geldschleusen werden keinesfalls geschlossen – kein bisschen sogar. Und zweitens gibt die Notenbank zu, dass die Ära der exzessiven Geldvermehrung jetzt endgültig keine Wirkung mehr zeigt, sie kann durch übertriebene Immobilien- und Wertpapierpreise nur noch mehr Schaden anrichten.

Die Fed spricht in ihrer Begründung von einem »graduellen« Anstieg der Leitzinsen. Damit signalisiert sie, dass alle weiteren Zinsschritte nach oben Zeit haben, dass keine Eile besteht. Das wiederum ist ein Eingeständnis, dass die Konjunktur in den USA zu schwach ist, um ernsthaft an der Zinsschraube zu drehen. Hier wird also nur für die Galerie gespielt.

Im Klartext bedeutet das: »Wir lassen die Zinszügel jetzt nicht mehr ganz so ultra-locker, aber gebremst wird der Gaul deswegen trotzdem nicht, denn sonst bricht er zusammen.« An den Börsen wurde mit einer Mehrheit von 80 Prozent genau diese Entscheidung erwartet. Deshalb gab es bei Aktien, Anleihen und Wechselkursen keine heftigen Reaktionen.

Die Gold- und Silberpreise kamen nach der Entscheidung der Fed kurzfristig unter Druck. Wenn die Geldschleusen sich nicht weiter öffnen, schadet das den Edelmetallen, weil Inflation zumindest kurzfristig noch weniger wahrscheinlich wird. Doch im Verlauf der Börsensitzung in New York erholte sich der Goldpreis, weil von einer wirklichen Zinswende eben keine Rede sein kann.

Die Fed hat mit dieser Entscheidung gleich zwei Mal gebeichtet: Einmal, dass die stark abbremsende Weltwirtschaft eine deutliche Zinserhöhung nicht aushalten würde. Das ist ja auch der Grund, warum die Notenbanken in Frankfurt (EZB) und in Tokio in die umgekehrte Richtung marschieren wie die Fed, und den Ankauf von Anleihen, mit dem sie die Zinsen am Boden halten, noch ausweiten.

Zweitens beichtet die Fed, dass sie – was die Ankurbelung der Wirtschaft angeht – am Ende ihres Lateins ist. NOCH MEHR Geld im System kommt immer noch nicht dort an, wo Jobs geschaffenwerden, es versickert bei Banken und in Wertpapier-Geschäften, die eine kleine Geld-Elite bereichern, während alle kleinen Sparer sich immer weniger Wohnungen und Häuser leisten können, immer weniger Geld in den Taschen haben und für Kontoeinlagen sowie Lebensversicherungen fast nichts mehr bekommen.

Das bedeutet eine schleichende Enteignung, Wertverlust beim Geld und ein späterer Renteneintritt. Während sich viele Deutsche über die Rente mit 63 freuen, häufen sich im Staatshaushalt nicht ausgewiesene Verbindlichkeiten an. Und Millionen Deutsche müssen länger arbeiten, was höheren Steuern und einem Wohlstandsverlust gleichkommt.

Gemessen an der Schwäche der US-Konjunktur, die sich bis heute nicht von der Finanzkrise und der Großen Rezession von 2008 und 2009 erholt hat, hätte die Fed diese Zinsanhebung gar nicht beschließen dürfen.

Das sehen viele führende Ökonomen in den USA so. Es gibt immer noch »drängende Fragen zu den Wachstumsaussichten«, findet auch der ehemalige Finanzminister Larry Summers. Und Finanzmanager wie der Deutsche-Bank-Stratege Jim Reid, fragen sich, wie weit die US-Notenbank die Zinsen überhaupt anheben kann, bevor die nächste Rezession sie zu einer erneuten Lockerung der Zinszügel zwingt.

Für die Notenbanker ging es gestern Abend aber vor allem darum, nicht den völligen Rest von dem bisschen Glaubwürdigkeit zu verspielen, das noch geblieben ist. Schon zwei Mal war eine bereitsangekündigte Zinsanhebung vertagt worden.

Das erste Mal, als die Rohstoffpreise vor anderthalb Jahren schroff zu fallen begannen. Der Ölpreis hat seitdem 60 Prozent eingebüßt und ist von mehr als 100 Dollar je Barrel auf unter 40 Dollar gefallen. Gestern fielen die Öl-Notierungen nach Bekanntgabe des Fed-Entscheids gleich um vier Prozent.

Das freut die Autofahrer beim Tanken, aber nicht wenn sie bedenken, dass die verfallenden Ölpreise eine äußerst schwache Weltkonjunktur signalisieren. Das zweite Mal musste die Fed eine bereits angekündigte Zinsanhebung verschieben, als die Schwellenmärkte im Frühjahr und Sommer des laufenden Jahres einen Schwächeanfall bekamen.

Sollte der US-Dollar in den nächsten Wochen und Monaten wegen dieser angeblichen »Zinswende«, die mindestens für weitere ein bis zwei Jahre keine sein wird, weiter steigen, dann könnte das zu einem Flächenbrand in den stark geschwächten Schwellenländern wie China, Brasilien, Russland und Südostasien führen. Dort haben Zehntausende von Firmen Kredite in Dollar aufgenommen, die sie kaum noch tilgen können, wenn der Dollar noch stärker wird und immer mehr lokale Währung besorgt werden muss, um die Dollar-Schulden noch zurückzuzahlen.

Diese Lunte am Fass der Finanzmärkte dürfte der eigentliche Grund sein, warum die Notenbanker in den USA nicht den Mumm hatten, erstmals wieder an der Zinsschraube zu drehen UND gleichzeitig weitere Zinsschritte anzukündigen. Die Botschaft lautete daher gestern Abend ganz anders:»Hier habt Ihr Eure Zinssteigerung, liebe Finanzmärkte, aber mehr können wir uns vorerst nicht leisten.«

Das ist der Grund, warum die Aktien an der Wall Street fröhlich weiter stiegen, warum ein Aufschrei ausblieb und warum die Cheerleader der Wall Street gestern Abend in den TV-Sendungen des US-Fernsehens in die Kameras strahlten.

Die Fed hat etwas für die Galerie entschieden. Ein Kurswechsel sieht anders aus. Den Schaden haben weiterhin Sparer, Steuerzahler (weil Finanzminister sich fröhlich weiter verschulden) und die Empfänger noch nicht ausgezahlter Lebensversicherungen.

Die Wasserfolter braver Sparer geht jetzt sogar in die nächste Runde, weil die Preise für Gold und Silber darunter leiden werden, dass Spekulanten, Zocker und andere Groß-Akteure der Wall Street wieder mehr Geld in Aktien stecken. Der Anlagenotstand für Millionen kleine Sparer verschärft sich noch, während Politiker in Ruhe das Bargeldverbot vorbereiten und die letzten Auswege aus derGeld-Repression verbauen.

Die Party des einen Prozents geht mit dem Segen der Fed also fröhlich weiter. Alle anderen müssen sich NOCH länger gedulden, bis sich ihre Aussichten wieder verbessern. Und da rätseln deutsche Leitmedien noch, warum die hiesigen Sparer und Steuerzahler so missmutig in die Zukunft schauen.

So geht es, wenn man seine Klientel vergessen hat und nicht mehr versteht – und wenn man als Sprachrohr jener fungiert, die sich jetzt die Hände reiben, weil die Zeitungen zwar von einer »Zinswende« berichten, aber ihre Party ungestört weitergeht.








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